OKTOBERFEST IN ARGENTINIEN

Es sind schon 46 Jahre vergangen, seit die Gruppe von deutschen Einwanderen in Villa General Belgrano bei einem Asado mit Bier entschieden, das Oktoberfest in Argentinien umzusetzen, wessen Ursprung die Hochzeit des Prinzen Luis von Bayern mit der Prinzessin Teresa von Sachsen-Hildeburghausen am 12.Oktober des Jahres 1810 ist.
Von unserem ersten Oktoberfest bis heute haben sich hunderte von Bildern und Klänge angesammelt, die von tausenden von Besuchern geteilt werden, die sich Jahr für Jahr in unserem Dorf treffen, um die Freundschaft und Wiederbegegnung zu feiern.
Obwohl das Fest gewachsen ist, sich der Schauplatz geändert hat und es sich zu einer Grossveranstaltung entwickelt hat, bleibt es ein beliebter Veranstaltungsort.“El encuentro para la amistad“. Und mit viel Respekt gegenüber den anderen Volksfesten, ist ohne Zweifel unseres eines der besten Feste des Landes.
„Bier ist das Getränk der fröhlichen Dörfer“ sagt ein älterer Herr, der schon seit den Anfängen des Oktoberfestes dabei ist. Und dieser Satz spiegelt sich in der Teilnahme von tausenden Personen wieder, die jährlich nach Villa General Belgrano kommen, um ein paar wunderschöne Tage zu verbringen.
Darunter befinden sich eine Vielzahl von Familien, die uns besuchen, um die warme Sonne, die durch die Akazien des Biergartens sickert als auch die Tänze und Gesänge zu geniessen.
Wir laden Sie dazu ein, ein Teil dieses Spektakel zu werden.
Wir laden Sie dazu ein, wunderschöne Tage hier zu verbringen.
Wir laden Sie dazu ein, die Freundschaft zu feiern und unsere Wurzeln in Villa General Belgrano beim argentinischen Oktoberfest zu entdecken.



Die Vorgänger

1932. Das Datum der Gründung und das Stiftungsfest

Weil der 11. Oktober 1932 als Gründungsdatum der Kolonie El Sauce angesehen wurde, wurden somit auch die meisten wichtigen Feste des Dorfes an diesem Datum verwirklicht. Eigentlich seit Anbeginn wurde ein kleines Event von den deutschen Imigranten veranstaltet, welches sich Stiftungfest, das Fest der Gründung, nannte.

1939. Apfelfest

Es war ein weiteres der vielen Feste dieser Epoche. Ein weiterer Vorgänger des Festes.
Auch bekannt als “Woche des Apfels”, handelte es sich um ein Event, welches man versuchte, in den Mittelpunkt des Schauspiels der beginnenden Landwirtschaft von Frucht und Gemüse der Kolonie El Sauce, zu stellen.

1932-1950. Frühlingsfest

In jenen Jahren war die Zeit des Regens sehr verändert. Es regnete im Sommer und nach 6 oder 7 Monaten der Trockenheit kam der Frühlingsregen. Das Projekt der Produktion der Früchte schwankte, da man schon sowohl gegen die Plage der Heuschrecken, Viscachas, Ameisen, Sittiche und weiteren als auch gegen die Wasserknappheit zu kämpfen hatte. Das veranlasste, dass das Ankommen des Frühlingsregen Motiv des Festes wurde und...da sie schon da waren, sagten sie: Machen wir das Frühlingsfest! Dieses Fest wurde jahrelang auf dem Platz des Terminals veranstaltet.



Das Jahrzent der ´50. Das Fest der Rekruten

Das ist ein wenig verbreitetes Fest. Olga Premolí erzählt uns, dass dieses Fest seinen Ursprung in einem solidarischen Handeln hat, Fonds für die einberufenen Jugendlichen, die die Aushebung oder Militärdienst realisieren müssen, einzufordern. Somit hätten sie etwas Geld, um die Reise anzutreten oder die ersten Ausgaben zu decken. Olga erinnert sich, dass „con cristos“, wie sich das Fest nannte, von Tür zu Tür gingen und junge Frauen einluden, um die Tanzveranstaltung attraktiv zu machen.

1957. Die Einweihung des Asphaltes

Die war ein grosses Fest, da der Fortschritt im Dorf angekommen war. Endlich gab es Asphalt! Gleichzeitig nutzten sie es aus, um den Plaza José Hernández mit der ovalen Form einzuweihen, welcher jedoch mehr als „Rundgang mit dem Hund“ genutzt wurde. Antonio Küfer war eine zentrale Persönlichkeit dieses Erfolges, nachdem er schon das Projekt 1951 antrieb. Das Programm der Einladung sagte folgendes, es ist eine Zeichnung: „ Nehmen Sie an diesem Fest teil und überzeugen Sie sich persönlich davon, was das Tun der inspirierten Ansiedler für das allgemeine Wohl tun kann. Stimulieren Sie mit ihrer Anwesenheit Werke dieser Natur, sie sind es wert geholfen zu werden und nachgebildet zu werden“. Jenen Morgen sprachen der Gemeindeauserwählte Manuel Paguaga, Präsident der Kommission pro-asfalto, Antonio Küfer und Präsident der Kommission pro-mástil de la plaza, Obdulio Arnoldo Ponce de León.




Von 1932 bis zum ersten Fest

Das Oktoberfest ist das Resultat eines langen Prozesses von über 30 Jahren, wo das festliche Gemüt der Immigranten aus Zentraleuropa geformt wurde, was dann 1964 ofiziell als “fiesta de la cerveza” benannt wurde. Wir bieten euch einen Überblick über die Protagonisten dieser Geschichte und unsere Anerkennung der unbekannten Persönlichkeiten.



Drei zentrale Protagonisten

Antonio Küfer

Er ist der Schöpfer des Festes und zentrale Figur bis Mitte der ’60.
Er wurde 1905 in einem kleinen Dorf im Schwarzwald in Deutschland, genannt Baisingen, heute Rottenburg, geboren. Er hatte drei Geschwister, die im Ersten Weltkrieg starben. Er kam am 18. September 1923 in dieses Land, nachdem er das Handelsstudium beendet hatte und sich mit Chemie gut auskannte. Er traf diese schwere Entscheidung angesichts des turbulenten Klimas, dass man wegen des Krieges in Deutschland erlebte. Sein Kapital war sein Koffer und eine handvoll deutscher Geldscheine, die von Minute zu Minute wertloser wurden und die beim Wechseln nur noch 5 Dollar wert war. Diese Dollar investierte er in ein Getränk mit seinen Gefährten auf dem Schiff Sierra Nevada, dass ihn von Bremenhaven nach Buenos Aires brachte.
In Argentinien arbeitete er sowohl als Maurer und als auch in der landwirtschaftlichen Produktion im Chaco, bis er eines Tages eine Anzeige in dem deutschen Tagesblatt “Argentinische Tageblatt” las. Ein gewisser Kapphuhn (einer der anerkannten Gründer von Villa Gral. Belgrano) war auf der Suche nach einem jungen Deutschen für die Verwaltung einer landwirtschaftlichen Kolonie von deutschen, österreichischen und schweizerischen Immigranten in Cordoba. Am 24. Dezember 1931 kommt der junge Antonio Küfer in der Kolonie El Sauce an, angestellt bei dem Unternehmen von Jorge Kappuhn. Er arbeitet in der Konformation der Genossenschaft für Landwirtschaft. Später macht er sich selbstständig, um Geschäftspartner mit Juan Oefinger von (almacen) El Sauce zu werden. Danach mietet er ein Grundstück, welches er in das Hotel Rancho Grande (eines der Besten in Villa für viele Jahre) verwandelte.
Er war Geschäftsführer und Präsident des Förderverbandes und Turismus und Förderer der ganzen Gemeinschaftsinitiative, die zur Problemlösung zwischen Nachbarn eingesetzt wurde.
Nach mehr als 30 Jahren, die er den Schwarzwald schon hinter sich gelassen hatte, bekam er die Sehnsucht danach, eine Vielzahl von kleinen Festen in ein wichtiges zu verwandeln. Somit entstand das Oktoberfest als eine Erinnerung an das münchener Oktoberfest. Als ein Tribut an die Angewohnheit, jedes Ereignis und jeden kollektiven Erfolg mit dem schaumigen Getränk zu feiern, welches von seinem Vaterland zu unserem weitergegeben wurde.









Lorenzo Frascaroli

Wie Küfer Jahre zuvor, ist Lorenzo Frascaroli zentraler Protagonist dieser Etappe, die Ende der ’60 beginnt und sich bis Ende der ’70 hinzieht. Lorenzo ist der Enkel von Immigranten. Um 1935 kam seine Familie zur Kolonie El Sauce. Sie kamen aus Italien und durch einen und erwarben hier ein Grundstück. Lorenzo studiert Ingenieur in Cordoba und 1969 kehrt er mit seinem Titel nach Villa Gral. Belgrano zurück. Mit sich brachte er den Schwung seiner Jugend, technische Kenntnisse und einen frischen Stil, genau wie Küfer, der ihm vorangeht und Günter Meininghaus, der ihm bei der Verwirklichung des Festes vorangeht. Sofort beginnt der junge Lorenzo sich in verschiedenen lokalen Institutionen zu beteiligen, aber vor allem plant er im Zentrum des Handels, Industrie und Turismus das Oktoberfest mit einer festen Gruppe von Personen, zu denen unter anderem Pepe Favot, Ernesto Preininger, Josè Seibert, Carlos Martìn, Raquel Calvo, Nelly Abascal und Nilda Giubergia gehörten.
Vor allem das Handelszentrum kurbelte den Tourismus in Villa an, welches in ständiger Kooperation mit Club N utico, Fussballclub und der Handelsschule geschah. Auch der Prof. Atilio Rearte, Direktor der Schule Gral. San Martin, eine dauernde Stütze der ganzen öffentlichen Initiative, brachte sich stark ein. Das Handelszentrum profesionalisierte das Fest. Er übernahm das Erbe von Küfer und entwickelte die Organisation von einem Event stark weiter.
Sie beschäftigten eine Publicityagentur. Sie entwarfen eine provinzielle Kampagne und besuchten die Fernsehkanäle der Hauptstadt. Sie machten auch Werbung in den wesentlichen Städten von Cordoba und breiteten Teile der Presse auf 150 Städte des Landes aus. Das Resultat war ein explosivartiger Wachstum: 1970 verkauften sie 33.000 Eintritte, das Dorf hatte weniger als 2500 Einwohner. Lorenzo Frascaroli wird später Bürgermeister und macht mit dem Handelszentrum weiter, wo er sowohl die “fiesta de la Masa Vienesa”, den tiroler Karneval, la fiesta de la Chocolate Alpina als auch später “la fiesta del Goloso” und “la Pizza e Birra” des italienischen Verbandes von Villa Gral. Belgrano vorantreibt. 1976 vertreibt die militärische Regierung das Handelszentrum und Gemeindeverwaltung, was eine tiefe Spur in der Geschichte von Villa hinterliess.